40 Jahre DGS: Festakt am 13. Juni 2015 in München

DGS-Präsident Bernhard Weyres-Borchert, Prof. Dr. Goetzberger, Frau Prof. Jannsen, Prof. Dr. Luther und Hartmut Will
DGS-Präsident Bernhard Weyres-Borchert, Prof. Dr. Goetzberger, Frau Prof. Jannsen, Prof. Dr. Luther und Hartmut Will

Oberbürgermeister Dieter Reiter stellte die grundsätzlichen Anforderungen im Rahmen der Energiewende dar und die gastgebende DGS-Sektion  Oberbayern kündigte als Konsequenz ihre nächste öffentliche Aktion an, die zielgenaue Ansprache der Hauseigentümer in Kooperation mit den Eigentümerverbänden zur Beschleunigung der Investitionen in die energetische Hausmodernisierung.

Oberbürgermeister Dieter Reiter
Oberbürgermeister Dieter Reiter

Grußwort Oberbürgermeister Dieter Reiter für die Jubiläumsveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) am 13.06.2015:

„Im internationalen Klimaschutz stehen wir gerade vor wichtigen Weichenstellungen. Ich denke dabei insbesondere an das Internationale Klimaschutzabkommen, das am Ende diesen Jahres in Paris verhandelt werden soll. Mit dem Motto „global denken, lokal handeln“ wenden wir uns aber hier und heute der kommunalen Ebene und der DGS, als einem wichtigen lokalen Klimaschutz-Akteur zu.

Städte und Kommunen spielen eine sehr wichtige Rolle im Erreichen der Klimaschutzziele. Wir leben im Jahrhundert der Städte, sie ziehen immer mehr Menschen an. Hier vor Ort müssen die nationalen Klimaschutzziele und die Energiewende umgesetzt werden.

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Um die Potenziale der Photovoltaik und der Solarthermie auch über den direkten Einflussbereich der Stadtverwaltung zu heben, nämlich beim Gewerbe und den Privatleuten Münchens, wurde die erstmals 2005 veröffentlichte Solarpotenzialkarte aktualisiert. Hier können die Münchner mit wenigen Mausklicks das Potenzial für Solarthermie und Photovoltaik ihrer Dächer abfragen, bereits unter Berücksichtigung von Verschattungen, Dachneigung und Ausrichtung.

Doch allein können weder der Münchner Stadtrat, noch die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele erreichen. Das gelingt nur mit motivierten Akteuren und Vorreitern auf allen Ebenen; mit engagierten Privatleuten, Unternehmen, Institutionen, NGOs und Vereinen.

Als ein besonderer Akteur der ersten Stunde ist hier die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V., kurz DGS zu nennen. Bereits im Jahr 1975, wurde sie hier in München gegründet und ist damit der älteste Solarverband Deutschlands. Ich freue mich deswegen, anlässlich dieses 40 jährigen Jubiläums das Grußwort persönlich überbringen zu können!

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Wir müssen aufpassen – unsere Enkel und Urenkel werden es uns nicht verzeihen, wenn es unserer Generation nicht gelingt, den CO2- Ausstoß so nachhaltig zu reduzieren, dass der Anstieg der Erderwärmung zum Stillstand kommt. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle erneuerbaren Energien so nachhaltig wie möglich ausgebaut werden: einen wesentlichen Part wird dabei die Nutzung der Sonnenenergie einnehmen. Dies gilt sowohl für den Wärme- als auch für den Strombereich. Gleichzeitig muss dem Thema Energieffizienz besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Vor wenigen Tagen wurde im Schlussdokument des G-7-Gipfels unter anderem festgehalten, dass das Ziel, die Erderwärmung zu begrenzen, „tiefe Einschnitte bei den Treibhausgasemissionen“ notwendig mache, dazu zähle auch „die Dekarbonisierung derWeltwirtschaft im Laufe dieses Jahrhunderts.“

Bleibt zu hoffen, dass durch diesen Beschluss nicht nur der richtige Weg beschritten wird, sondern die Entwicklung dahin eine nachhaltige Beschleunigung erfährt. Das Ziel der Sicherung der Lebensverhältnisse auf diesem Planeten ist erst dann erreicht, wenn eine Gesellschaft wie die Ihre die Auflösung vollzogen hat, weil der Vereinszweck vollendet ist.“


Oberbürgermeister Dieter Reiter

Rainer Volkmann mit Oberbürgermeister Reiter
Rainer Volkmann mit Oberbürgermeister Reiter

Die persönliche Anwesenheit des Münchner Oberbürgermeisters zusammen mit seiner Ehefrau Petra verdanken wir den erfolgreichen Bemühungen von Herrn Rechtsanwalt Rainer Volkmann, langjährigem Mitglied unserer Sektion (Bild links).   

Hartmut Will von der Sektion Oberbayern
Hartmut Will von der Sektion Oberbayern

Die Sektion München-Südbayern nimmt das Jubiläumsjahr zum Anlass, mit einer eigenen Initiative eine Zusammenarbeit mit den örtlichen Hauseigentümer-Verbänden zur Auslösung von mehr Hausmodernisierungen im Energiebereich durchzuführen.

Satzungsgemäß liegt der Auftrag der DGS auf zwei Gebieten: Dem der politischen Einflussnahme zur Verbreitung der Erneuerbaren Energien und dem der so genannten „Volksbildung“. Das ist eine beratende und aufklärende Nähe zum Menschen in der Verbreitung von Wissen über die Zusammenhänge und Möglichkeiten, die notwendige persönliche Energiewende de fakto zu realisieren. Dieser zweiten Aufgabe wollen wir uns in der Sektion noch in diesem Sommer verstärkt zuwenden. Wir beginnen eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Hauseigentümer-Verbänden, um die energetische Modernisierung im Bestand der Eigenheime zu forcieren.

Zum Start dieser Initiative wurde im Festakt bereits eine Motivationsbroschüre verteilt (zum Durchblättern bitte anklicken).


Bekanntlich verbrauchen die deutschen Haushalte ein Drittel aller im Lande konsumierten Energie. Allein bei den ca. 14 Millionen Privathäusern (Ein- und Zweifamilienhäuser) würde mit der Verbrauchssenkung eine starke Verringerung des CO2-Ausstoßes erfolgen. Über diesen Weg beschreitet die DGS in München ein „Marketing zur Energiewende“ unter dem Motto „Modernisieren mit Rendite". Es wird verständlich gemacht werden, dass eine energetische Hausmodernisierung bei der richtigen Auswahl der Schwerpunkte relativ kurze Amortisationszeiten besitzt. Der schnelle Nutzen ist ein Leitprinzip unserer Zeit. Es lässt sich auch auf diesem Gebiet erreichen und kann den Mehrwert einer persönlichen Energiewende zur Überzeugung bringen.

Prof. Dr. Joachim Luther
Prof. Dr. Joachim Luther

Joachim Luther referierte über die Transformation des deutschen Energieversorgungssystems. Die Studie „Energiesystem Deutschland 2050“ ist über das Fraunhofer ISE zu beziehen. Luther präsentierte ein Szenario, wie eine kostenoptimierte Stromversorgung im Jahr 2050 aussehen könnte, wenn 50 % des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen und gleichzeitig so viel Kohlendioxid wie möglich eingespart wird.

Prof. Dr. Adolf Goetzberger
Prof. Dr. Adolf Goetzberger

Einen Rückblick auf die wechselvolle Geschichte der Photovoltaik in Deutschland entwarf Professor Goetzberger, DGS-Ehrenpräsident und Begründer des Freiburger Fraunhofer-Institutes ISE.

Der hochverdiente Solarpionier begann seine Darstellungen mit der Zeit, in der es „fast nur Zweifler und Kritiker“ gab, ging unter anderem auf die Bedenken ein, die in den vier Jahrzehnten an der Photovoltaik geäußert wurden, und darauf, wie gut der Markt sich gleichwohl entwickelt hat. „Man hat die Dynamik der Photovoltaik unterschätzt“, sagte Goetzberger zufrieden. Er sei zuversichtlich, dass sich die Erfolgsgeschichte fortsetzen werde – trotz der Energiepolitik der Bundesregierung. „Einen Korridor für den Weltmarkt kann sie nicht vorgeben“, sagte er mit einem verschmitzten Lächeln.*)

 

*) Zitat Ina Röpcke, München, Fachjournalistin

Kontakt

DGS München

Sektion Oberbayern

Zehentbauernstraße 8

81539 München

Tel.: 089 - 524071

 

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